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Wohnungsbesichtigung: Die Checkliste, mit der Sie nichts übersehen

Der erste Eindruck ist oft entscheidend – aber beim Mietvertrag-Abschluss kann ein zu schneller Entschluss teuer werden. Versteckte Mängel, hohe Heizkosten oder lärmende Nachbarschaft fallen meist erst auf, wenn es zu spät ist. Mit unserer Wohnungsbesichtigungs-Checkliste übersehen Sie nichts – vom Energieausweis bis zur Trittschalldämmung. So treffen Sie eine fundierte Entscheidung und vermeiden böse Überraschungen nach dem Einzug.

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Wohnungsbesichtigung Checkliste

Die Wohnungsbesichtigung: Nehmen Sie sich Zeit

Auch wenn der erste Eindruck oft entscheidet: Vor der Unterschrift unter den Mietvertrag sollten Sie genau hinschauen. Besichtigen Sie die Wohnung, das Haus und das Umfeld am besten mehrmals und zu unterschiedlichen Tageszeiten – tagsüber wirkt eine Wohnung anders als abends, an einer Straße wirkt es im Berufsverkehr anders als sonntags. Schreiben Sie sich alle Fragen auf, die Sie klären möchten, und bitten Sie nach der Besichtigung um ausreichend Bedenkzeit.

Unterschreiben Sie nichts überstürzt! Was Sie bei der Besichtigung übersehen, kann später zum Problem werden. Setzt Sie der Vermieter unter Druck, sofort zuzusagen oder zu unterschreiben, ist Vorsicht geboten. Bitten Sie stattdessen um eine angemessene Bedenkzeit und prüfen Sie den Mietvertrag in Ruhe.

Inhaltsverzeichnis

Haus, Umfeld und Lage prüfen

Bevor Sie überhaupt in die Wohnung gehen, lohnt sich ein Blick auf das Haus und sein Umfeld. Diese Faktoren sind später nicht mehr veränderbar – die Wohnung selbst können Sie wenigstens einrichten, das Umfeld nicht.

Praxis-Tipp: Schauen Sie sich Haus und Umfeld auch außerhalb des Besichtigungstermins an – ein Abendspaziergang oder ein Besuch am Wochenende zeigen Ihnen das wahre Bild der Gegend.

Wohnräume sorgfältig bewerten

In den Wohn- und Schlafräumen verbringen Sie die meiste Zeit. Achten Sie auf folgende Punkte:

Wichtig: Wenn Sie schon bei der Besichtigung Hellhörigkeit bemerken, wird das nach dem Einzug nicht besser. Eine mangelhafte Schallisolierung kann ein baulicher Mangel darstellen – kann aber auch zur dauerhaften Belastung werden.

Küche, Bad und sanitäre Einrichtungen

Bad und WC

Küche

Wichtig bei Einbauküchen: Klären Sie schon bei der Besichtigung, ob eine eingebaute Küche mit vermietet wird, ob eine Ablöse an den Vormieter zu zahlen ist – und in welcher Höhe.

Fenster, Heizung und Energieeffizienz

Diese Punkte haben direkten Einfluss auf Ihren Wohnkomfort und Ihre monatlichen Heizkosten – also unbedingt genau prüfen.

Fenster

Heizung

Energieausweis verlangen! Lassen Sie sich unbedingt den Energieausweis des Hauses vorlegen und erkundigen Sie sich nach den tatsächlichen Heizkosten des Vormieters. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben zur Energieeinsparung sind umfangreiche Bauarbeiten bei schlechten Werten nur eine Frage der Zeit – mit entsprechender Mieterhöhung.

Elektroinstallation und Anschlüsse

Veraltete Elektroinstallation? Bei sehr alten Leitungen oder einem überfüllten Sicherungskasten kann es zu Problemen mit modernen Haushaltsgeräten kommen. Fragen Sie nach, ob eine Modernisierung geplant ist – und wann.

Böden, Wände und versteckte Mängel

An den Böden, Wänden und Tapeten zeigen sich oft die unangenehmen Wahrheiten einer Wohnung. Schauen Sie genau hin:

Mängel sofort dokumentieren! Werden bei der Besichtigung Mängel oder Schäden erkennbar, müssen diese unbedingt im Übergabeprotokoll vermerkt werden. Sonst kann der Vermieter später behaupten, der Mieter hätte sie verursacht. Wichtig: Behalten Sie sich Ihr Minderungsrecht ausdrücklich schriftlich vor – auch wenn Sie es nicht sofort nutzen wollen.

Balkon, Nebenanlagen und Außenbereich

Balkon oder Terrasse

Stauräume und Nebenanlagen

Feuchte Kellerräume: Sind Kellerräume feucht oder muffig, ist das ein Warnsignal – nicht nur für die Lagerung, sondern oft auch für die Bausubstanz des Hauses. Fragen Sie nach Ursachen und ob Sanierungsmaßnahmen geplant sind.

Vor der Unterschrift: Mietvertrag genau prüfen

Wenn die Wohnung gefällt und Sie sich grundsätzlich entscheiden möchten: Sehen Sie sich den Mietvertrag in Ruhe an, bevor Sie unterschreiben. Achten Sie besonders auf:

Niemals unter Druck unterschreiben: Unterschreiben Sie keine Klauseln, die Sie nicht verstehen oder die Sie eigentlich gar nicht wollen. Holen Sie vor der Unterschrift Rechtsrat ein – beim Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. gehört das zur Mitgliedschaft.

Schnell-Checkliste für die Wohnungsbesichtigung

Wichtig vor der Übergabe: Lassen Sie sich vor jeder Wohnungsübergabe oder -übernahme rechtlich beraten. Beim Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. ist die Beratung im Rahmen der Mitgliedschaft enthalten – das kann Ihnen mehrere hundert Euro sparen.

Häufige Fragen zur Wohnungsbesichtigung

Wie oft sollte ich eine Wohnung besichtigen?

Idealerweise mindestens zweimal – zu unterschiedlichen Tageszeiten. Tagsüber wirkt eine Wohnung anders als abends, an einer Straße anders im Berufsverkehr als sonntags. Erst dann erhalten Sie ein realistisches Bild von Lärm, Licht und Atmosphäre.

Der Energieausweis gibt Hinweise auf die zu erwartenden Heizkosten. Bei schlechten Werten (z. B. Energieeffizienzklasse F oder schlechter) drohen hohe Nebenkosten – und früher oder später energetische Sanierungsmaßnahmen mit entsprechender Mieterhöhung.

Sind bei der Besichtigung Mängel erkennbar, sollten diese unbedingt im Übergabeprotokoll vermerkt werden. Wichtig: Behalten Sie sich Ihr Minderungsrecht bei bekannten Mängeln ausdrücklich vor – sonst verlieren Sie es!

Hellhörigkeit bedeutet, dass Geräusche aus Nachbarwohnungen, Treppenhaus oder Außenbereich deutlich in der Wohnung zu hören sind. Eine mangelhafte Schallisolierung kann zur dauerhaften Belastung werden – am besten schon bei der Besichtigung prüfen.

Klären Sie, ob die Einbauküche mitvermietet wird oder ob Sie sie vom Vormieter übernehmen sollen. Bei einer Übernahme sollten Alter, Zustand, ursprünglicher Kaufpreis und Zeitwert der Küche geprüft und die Vereinbarung schriftlich festgehalten werden. Liegt die verlangte Ablöse mehr als 50 Prozent über dem Zeitwert, ist sie nach der Rechtsprechung überhöht und insoweit unwirksam. Lassen Sie sich im Zweifel beraten.

Feuchte oder muffige Keller können auf bauliche Probleme hindeuten – nicht nur für die Lagerung, sondern oft auch für die Wohnung selbst. Fragen Sie nach Ursachen und ob Sanierungsmaßnahmen geplant sind. Im Zweifel ist die Wohnung nicht die richtige.

Nein. Ein unterschriebener Mietvertrag ist bindend – auf ein Widerrufsrecht können Sie sich nur in seltenen Ausnahmefällen berufen. Deshalb: Unterschreiben Sie nie überstürzt und holen Sie vorher ausreichend Bedenkzeit ein.

Mietvertrag vor Unterschrift prüfen lassen

Eine gründliche Besichtigung ist die halbe Miete – die andere Hälfte ist ein fairer Mietvertrag. Falsche Klauseln zur Kaution, zu Schönheitsreparaturen oder zu Kündigungsfristen können Sie später viele hundert Euro kosten. Der Mieterverein Dresden prüft Ihren Vertrag und sorgt dafür, dass Sie keine Falle übersehen.

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