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Richtig heizen und lüften: Schimmel vermeiden, Heizkosten senken

Wer zu wenig heizt oder falsch lüftet, spart oft nicht, sondern schafft neue Probleme. Kalte Wände begünstigen Feuchtigkeit und Schimmel, dauerhaft gekippte Fenster treiben den Wärmeverlust nach oben. Entscheidend ist deshalb die richtige Kombination aus ausreichendem Heizen und regelmäßigem Stoßlüften.

Dieser Ratgeber führt Sie durch die zentralen Punkte – von der richtigen Raumtemperatur über die Stoßlüftung bis zum Umgang mit modernen Isolierglasfenstern.

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Richtig heizen und lüften
Inhaltsverzeichnis

Warum richtiges Heizen und Lüften so wichtig ist

Luft besitzt eine Eigenschaft, die Sie im Alltag spüren: Sie verbindet sich mit Wasser. In einer bewohnten Wohnung entsteht Wasserdampf laufend – beim Baden, Waschen, Kochen und Atmen, sogar durch Zimmerpflanzen. Je wärmer die Raumluft ist, desto mehr Feuchtigkeit nimmt sie auf.

Kühlt diese feuchte Luft an einer Oberfläche ab und erreicht den Taupunkt, gibt sie das gebundene Wasser als Kondensat ab. Ein Rechenbeispiel macht den Effekt deutlich: Bei 20°C Raumtemperatur steigt der Taupunkt von 9,3°C auf 14,4°C, sobald die relative Luftfeuchtigkeit von 50 auf 70 Prozent klettert. Praktische Folge: An jeder Oberfläche, die kühler als 14,4°C ist, bildet sich Kondenswasser.

Früher fand sich die kälteste Fläche meist an einfach verglasten Fenstern. Heute liegen die kritischen Stellen anderswo: in Zimmerecken an der Außenwand, am Übergang von der Außenwand zur Zimmerdecke und an Fensterstürzen. Lange bevor sichtbare Schäden auftreten, kondensiert eingedrungener Wasserdampf bereits innerhalb der Wand. Eine durchfeuchtete Wand leitet die Heizenergie bis zu dreimal schneller nach außen. Die Folge: höhere Heizkosten – und ein guter Nährboden für Schimmelpilze.

Drei Faktoren entscheiden gemeinsam darüber, ob Ihre Wohnung gesund und trocken bleibt: eine angemessene Raumtemperatur, eine moderate Luftfeuchtigkeit und eine ausreichende Luftzirkulation.

Wann fühlen Sie sich in der Wohnung wohl?

Am behaglichsten erleben Sie Ihre Räume bei einer konstanten Temperatur zwischen 18 und 24°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Werte außerhalb dieses Bereichs verursachen entweder ein klammes Gefühl auf der Haut oder trockene Schleimhäute.

Die Aufnahmefähigkeit der Luft hängt direkt von der Temperatur ab: Bei 0°C nimmt ein Kubikmeter Luft etwa 5 Gramm Wasser auf, bei 10°C schon 9 Gramm, bei 15°C 13 Gramm, bei 20°C bereits 17 Gramm und bei 24°C 22 Gramm. 

Welche Temperaturen sinnvoll sind

Wie warm ein Raum mindestens sein sollte, hängt von seiner Nutzung, der Luftfeuchtigkeit und dem Zustand des Gebäudes ab. Als Orientierung gelten tagsüber etwa 19 bis 20 °C für Wohn- und Kinderzimmer, 18 bis 20 °C für die Küche, 21 bis 22 °C für das Bad und 16 bis 18 °C für das Schlafzimmer. Einzelne Räume sollten während der Heizperiode möglichst nicht dauerhaft unter etwa 16 °C auskühlen.

Bei Abwesenheit kann die Temperatur abgesenkt werden. Vermeiden Sie jedoch, dass Räume und Wände stark auskühlen. Je niedriger die Raumtemperatur ist, desto schneller steigt bei gleicher Feuchtigkeitsmenge die relative Luftfeuchtigkeit. Deshalb sollten Temperatur und Luftfeuchtigkeit immer gemeinsam betrachtet werden. Ein Hygrometer hilft bei der Kontrolle; als allgemeiner Orientierungsbereich gelten etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit.

Halten Sie die Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen möglichst geschlossen. Wird beispielsweise ein kühles Schlafzimmer durch die offene Tür vom wärmeren Wohnzimmer mitbeheizt, gelangt zugleich warme und feuchte Luft hinein. Kühlt sie an kalten Wänden oder Möbeln ab, kann dort die Oberflächenfeuchtigkeit steigen. Heizen Sie kühlere Räume deshalb besser mit dem eigenen Heizkörper und lüften Sie dort regelmäßig.

Richtig lüften: kurz und gründlich statt dauerhaft gekippt

Öffnen Sie die Fenster zum Lüften möglichst vollständig. Besonders wirksam ist Querlüften, wenn gleichzeitig gegenüberliegende Fenster oder Türen geöffnet werden können. Während der Heizperiode tauscht kurzes Stoßlüften die feuchte Raumluft meist schneller und energiesparender aus als ein dauerhaft gekipptes Fenster. Bei längerer Kippstellung können zudem die angrenzenden Wandflächen auskühlen.

Wie lange gelüftet werden sollte, hängt vor allem von der Außentemperatur, dem Wind und der Lüftungsmöglichkeit ab. Im Winter reichen häufig etwa drei bis fünf Minuten Querlüften oder fünf bis zehn Minuten Stoßlüften. In der Übergangszeit kann ein deutlich längeres Lüften erforderlich sein. Entscheidend ist nicht allein die Uhr, sondern ob die feuchte Luft tatsächlich nach außen gelangt.

Feuchte Luft sollte möglichst direkt nach draußen geleitet werden. Öffnen Sie deshalb beim Lüften die Fenster des betroffenen Raums und halten Sie die Türen zu kühleren Räumen möglichst geschlossen. Andernfalls kann sich die Feuchtigkeit innerhalb der Wohnung verteilen und an kalten Oberflächen niederschlagen.

Nach Kochen, Duschen oder Wäsche: gezielt entfeuchten

Alltagsaktivitäten produzieren große Mengen Wasserdampf. Lüften Sie diesen Dampf am besten sofort nach draußen ab – und schließen Sie dabei die Türen zum Rest der Wohnung. So bleibt der Dampf am Entstehungsort.

Während und unmittelbar nach dem Kochen öffnen Sie das Küchenfenster weit, die Tür zum Wohnbereich bleibt zu. Nach dem Duschen oder Baden lüften Sie das Badezimmer direkt und gründlich aus. Liegt das Bad innen ohne Fenster, lüften Sie auf dem kürzesten Weg durch ein angrenzendes Zimmer – die anderen Türen bleiben geschlossen.

Wenn Sie Wäsche in der Wohnung trocknen müssen, weil ein Trockenraum fehlt, wählen Sie einen einzigen Raum dafür, halten die Tür geschlossen und lüften diesen Raum mehrmals täglich gründlich. Auch nach dem Bügeln lohnt sich eine kurze Stoßlüftung – Bügelwasserdampf wird oft unterschätzt.

Spezialsituationen: Regen, dichte Fenster und Möbel

Auch bei Regen ist Lüften sinnvoll. Entscheidend ist nicht allein die angezeigte relative Luftfeuchtigkeit, sondern wie viel Wasser die Luft tatsächlich enthält. Kalte Außenluft enthält meist weniger Feuchtigkeit als warme Raumluft. Wird sie in der Wohnung erwärmt, kann sie zusätzliche Feuchtigkeit aufnehmen.

Neue Isolierglasfenster brauchen mehr Aufmerksamkeit. Moderne Fenster schließen besonders dicht. Das vermeidet Heizenergieverluste, lässt aber auch wenig natürliche Luftzirkulation zu. Lüften Sie deshalb häufiger als bei alten, undichten Fenstern. Trotz des höheren Lüftungsaufwands sparen Sie im Vergleich zum alten Fenster weiterhin Heizenergie.

Schränke an der Außenwand brauchen Luft. Stehen große Möbel zu dicht an einer kritischen Wand, steht die Luft hinter ihnen still – die Wand kühlt aus und Feuchtigkeit kondensiert dahinter. Zwei bis vier Zentimeter Abstand zur Wand reichen, um die Luftzirkulation zu sichern.

Luftbefeuchter erweisen sich in den meisten Wohnungen als überflüssig. Eine bewohnte Wohnung produziert durch Atmen, Kochen und Duschen ohnehin reichlich Feuchtigkeit. Eine zusätzliche Befeuchtung lohnt sich selten.

Mit Thermometer und Hygrometer die Werte im Blick

Wer Temperatur und Luftfeuchtigkeit kennt, lüftet gezielter. Ein einfaches Thermometer und ein Hygrometer kosten wenig und stehen in jedem Baumarkt zur Verfügung. Der Handel bietet zudem Kombigeräte mit Warnfunktion an, die einen Alarm auslösen, sobald die Werte kritisch werden. Diese kleine Investition zahlt sich schnell aus – durch niedrigere Heizkosten und durch vermiedene Schimmelschäden.

Schimmel trotz richtigen Lüftens? Treten an Wänden oder in Ecken Feuchtflecken auf, obwohl Sie regelmäßig stoßlüften und die Räume angemessen heizen, liegt die Ursache oft am Bauzustand: mangelhafte Wärmedämmung, undichte Bauteile oder Wärmebrücken. Dokumentieren Sie die Stellen mit Fotos und melden Sie den Mangel schriftlich beim Vermieter. 

Häufige Fragen zu Heizen und Lüften

Wie oft sollte ich am Tag lüften?

Mindestens dreimal. Morgens ein kompletter Luftwechsel, vormittags und nachmittags die genutzten Zimmer, vor dem Schlafengehen erneut alle Räume inklusive Schlafzimmer.

In der Regel 5 bis 15 Minuten. Bei kaltem Wetter genügen oft 3 bis 5 Minuten, bei Windstille und geringem Temperaturunterschied eher 15 Minuten.

Als Orientierung gelten tagsüber etwa 19 bis 20 °C im Wohn- und Kinderzimmer, 18 bis 20 °C in der Küche, 21 bis 22 °C im Bad und 16 bis 18 °C im Schlafzimmer. Die passenden Temperaturen hängen aber auch von der Nutzung, der Luftfeuchtigkeit und dem Zustand des Gebäudes ab. Räume sollten während der Heizperiode möglichst nicht dauerhaft stark auskühlen.

40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Höhere Werte begünstigen Schimmelbildung an kühlen Wandstellen.

Kaum. Die Kippstellung tauscht wenig Luft aus und kühlt die Wand um das Fenster aus – ein klassischer Schimmelauslöser. Stoßlüftung mit weit geöffneten Fenstern wirkt deutlich besser.

Ja. Auch bei Regen enthält kalte Außenluft meist weniger Wasserdampf als die wärmere Raumluft. Wird sie in der Wohnung erwärmt, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit und sie kann zusätzliche Feuchtigkeit aufnehmen. Voraussetzung ist natürlich, dass kein Regen in die Wohnung eindringt.

Schimmel in der Wohnung oder Streit über die Heizkostenabrechnung?

Werden Sie Mitglied im Mieterverein Dresden. Wir prüfen Ihre Heizkostenabrechnung, beraten zur Mietminderung bei Schimmel und vertreten Ihre Ansprüche gegenüber dem Vermieter.

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